
Was kostet es, eine Webanwendung entwickeln zu lassen?
Für den Mittelstand landen individuelle Webanwendungen typischerweise bei 15.000–40.000 € für interne Tools, 30.000–80.000 € für Kundenportale und 80.000–250.000 €+ für komplexe Plattformen. Den Preis bewegt nicht die Zahl der Screens im Mockup, sondern Rollen und Rechte, Integrationen in euer ERP/CRM, Compliance und Datenmigration.
Eine Einordnung vorweg: Dieser Beitrag richtet sich an etablierte Unternehmen, die einen Prozess digitalisieren oder ein Portal für ihre Kunden öffnen wollen. Wenn ihr als Startup ein Produkt von null baut, lest besser unseren MVP-Kosten-Breakdown — die Ökonomie ist eine andere.
Was kostet eine individuelle Webanwendung?
Die Spannen, die wir in Mittelstandsprojekten sehen, bei Boutique-Stundensätzen von 95–160 €:
| Projekttyp | Typische Spanne | Dauer |
|---|---|---|
| Internes Tool (ersetzt Excel + E-Mail-Workflows) | 15.000–40.000 € | 6–10 Wochen |
| Kundenportal (Aufträge, Dokumente, Status) | 30.000–80.000 € | 2–4 Monate |
| Buchungs- oder Self-Service-Plattform | 50.000–120.000 € | 3–6 Monate |
| Komplexe Plattform (Multi-Tenant, tiefe ERP-Integration) | 80.000–250.000 €+ | 4–9 Monate |
Die Spanne innerhalb jeder Zeile ist kein Verhandlungsspielraum, sondern hängt an vier Treibern, die wir im nächsten Abschnitt aufschlüsseln. Wenn zwei Angebote für dasselbe Projekt 40.000 € auseinanderliegen, haben die Anbieter fast immer unterschiedliche Annahmen zu genau diesen vier Punkten getroffen — fragt nach, bevor ihr vergleicht.
Was treibt den Preis wirklich?
Rollen und Rechte. "Alle sehen alles" ist günstig. "Vertrieb sieht seine Kunden, Buchhaltung sieht Rechnungen, Teamleiter geben frei, Auditoren lesen alles" bedeutet Wochen an Datenmodellierung, Tests und Randfällen — und genau das brauchen die meisten Mittelstandsprojekte.
Integrationen in Bestandssysteme. Eine moderne API ist in Tagen angebunden. Ein fünfzehn Jahre altes On-Premise-ERP mit CSV-Export und ohne Dokumentation kostet Wochen — und ist meistens überhaupt der Grund für das Projekt. Lasst euch den Integrationsaufwand explizit anbieten, nicht als Position namens "Schnittstellen".
Compliance. DSGVO-Löschkonzepte, Audit-Trails, Auftragsverarbeitungsverträge mit jedem Subdienstleister. Das ist echte Ingenieursarbeit, kein Papierkram, und sie skaliert mit der Sensibilität eurer Daten.
Datenmigration. Zehn Jahre gewachsene Excel-Daten bringen Dubletten, Encoding-Probleme und Konventionen mit, die nie jemand aufgeschrieben hat. Plant sie als eigenes Arbeitspaket, sonst frisst sie leise euren Puffer.
Warum "wir brauchen nur ein einfaches Portal" nie einfach ist
Das sichtbare Portal ist ein Login und drei Seiten. Der unsichtbare Teil ist die Basis, die jede ernsthafte Webanwendung trägt: Authentifizierung mit Passwort-Reset und Zwei-Faktor, Rollenverwaltung, ein Audit-Trail, wer was geändert hat, Error-Monitoring und Admin-Oberflächen, damit euer Team Nutzer verwalten kann, ohne die Agentur anzurufen. Nach unserer Erfahrung steckt allein in diesem Fundament Arbeit für 10.000–15.000 €, bevor das erste Fachfeature live geht.
Deshalb beginnen seriöse Angebote für "ein einfaches Kundenportal" bei etwa 30.000 € — und deshalb endet das 8.000-€-Angebot ein Jahr später meist in einem Neubau, der die Differenz doppelt kostet.
Wir schneiden Portale und interne Tools als feste 4–12-Wochen-Projekte mit einem Preis, den ihr vorher kennt — wie das funktioniert, steht auf unserer Seite zur MVP-Entwicklung.

